Diese insgesamt 15 Arbeitsgemeinschaften sind in den alten Bundesländern mit Ausnahme Berlins rechtsfähige Körperschaften des öffentlichen Rechts, in den neuen Bundesländern sind die Medizinischen Dienste als privatrechtlich eingetragene Vereine organisiert. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in einem Bundesland. Der MDK hat die Aufgabe, die medizinischen und pflegerischen Fragestellungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen sowie deren Landesorganisationen sozialmedizinisch zu beantworten, damit von diesen eine leistungsrechtliche Entscheidung getroffen werden kann. Die Kranken- und Pflegekassen sind gesetzlich verpflichtet, den MDK bei wichtigen Leistungsentscheidungen mit Begutachtungen zu beauftragen, wenn es nach Art, Schwere, Dauer und Häufigkeit der Erkrankung oder Behinderung erforderlich ist oder die gesetzlichen Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes (z.B.: Arbeitsunfähigkeit, Verordnung von Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln, Notwendigkeit und Dauer von häuslicher Krankenpflege oder Krankenhausbehandlung sowie korrekte Kodierung von Krankenhausfällen), Pflegeversicherungsgesetzes (Vorliegen der Voraussetzungen für Pflegebedürftigkeit und/oder einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz ) oder das Gesetz über Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (z.B.: stichprobenhaft Notwendigkeit, Art, Umfang und Dauer von Rehabilitationsmaßnahmen,) eine Begutachtung oder Beratung vorschreiben.
Daneben überprüft der MDK im Auftrag der Landesverbände der sozialen Pflegekassen, ob die Pflegeeinrichtungen die vereinbarten Qualitätsstandards einhalten, berät die Pflegekassen in den Bundesländern bei der Weiterentwicklung des pflegerischen Versorgungsangebots, wirkt auf kommunaler Ebene in den Pflegekonferenzen mit und kooperiert mit der jeweiligen Heimaufsichtsbehörde der Länder.
Der Gesetzgeber gesteht dem MDK in großem Umfang Einsicht in Patientenunterlagen zu, ohne dass der Patient zustimmen muss. Der MDK unterliegt der staatlichen Aufsicht, während die Ärzte des MDK bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben nur ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen sind.