Dank Allgemeinverfügungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/ Bundesstelle für Chemikalien

http://www.baua.de/DE/Angebote/Aktuelles/Meldungen/2020/pdf/Allgemeinverfuegung-Haendedesinfektion.pdf?__blob=publicationFile&v=6

http://www.baua.de/DE/Angebote/Aktuelles/Meldungen/2020/pdf/Allgemeinverfuegung-Oberflaechen.pdf?__blob=publicationFile&v=3

dürfen seit April 2020 Hände- und Flächendesinfektionsmittel unter Ausschaltung der Zulassungsrichtlinien des Medizinproduktegesetzes und der EU-Richtlinien u.a. als wässrige Lösung von handelsüblichen Ethanol/Bioethanol in 70%-iger bzw. 80%-iger Konzentration zulassungsfrei angeboten werden. Grund sei das Erfordernis zusätzlicher Produktzulassungen, um der starken Nachfrage, insbesondere auch durch private Anwender und die dadurch bestehende allgemeine Knappheit dieser Produkte, die sich auch auf Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und andere Einrichtungen auswirkt zu begegnen. Der kleine Haken: erlaubt ist diese Methode nur für Apotheken, die pharmazeutische und chemische Industrie sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts in Deutschland. Kostet ein Liter Ethanol, der übrigens überall erhältlich ist, im Normalfall im Einzelhandel zwischen 2 und 3 EUR, werden nunmehr nach der Verdünnung mit 1/3 bzw. 1/5 gereinigtem Wasser regelmäßig 23 EUR und mehr verlangt. Dies entspricht einem Aufschlag des 7,7-fachem bis  11,5-fachem auf den Literpreis des Ethanols. Zugegeben, die Plastikflasche und das gereinigte Wasser sind hier noch nicht eingerechnet. Nun gibt es viele Pflegeversicherte, die im Rahmen der Pflegehilfsmittelpauschale regelmäßig monatlich mit solchen Desinfektionsmitteln beliefert werden, und das auf Kosten der Pflegeversicherung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten und rechnen direkt mit den Lieferanten ab. Der Bedarf ist aufgrund der staatlich verordneten Hygienekampagne größer denn je. Glücklicherweise ist diese Bestimmung zeitlich befristet bis 06.10.2020 bzw. 30.09.2020. Danach gilt das Privileg der Desinfektionsmittelherstellung wieder für die nach EU-Liste zugelassenen Unternehmen (Article 95 List).